Was macht Menschen zu Extremisten?

Der Begriff Extremismus meint in der Regel, dass die pluralistische Gesellschaftsform und ihre freiheitliche, demokratische Organisation abgelehnt werden. Generell kann man linke und rechte politische Werte und Normen unterscheiden, die zur Bewertung des Extremismus herangezogen werden. Ob es besondere politische Werte und Normen der „Mitte“ gibt, ist umstritten, wird jedoch besonders in Erklärungsversuchen des Populismus wieder herangezogen.1 und 2 Ein Gastbeitrag im infas-Lagemaß von Hans-Dieter Klingemann. „Was macht Menschen zu Extremisten?“ weiterlesen

Eine sich vertiefende Spaltung

„Der Islam ist nicht mein Feind, unser größter Feind ist die Dekadenz.“1 Diese Worte des Thüringer Landesvorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD), Björn Höcke, stellen eine Kampfansage an die liberale politische Kultur der Bundesrepublik dar. infas hat dem Phänomen Rechtspopulismus seit geraumer Zeit Aufmerksamkeit geschenkt. Im Rahmen einer Kooperation2 mit der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ gingen wir bereits im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 der Frage nach, wie sich die zeitgenössische politische Konfliktstruktur in Deutschland empirisch beschreiben lässt. Zur Messung politischer Einstellungen orientierten wir uns dazu an einem neuen Konfliktmodell (und der entsprechenden Operationalisierung) von Ronald Inglehart und Pippa Norris3, welches beide Autoren angesichts weltweiter politischer Erfolge des Rechtspopulismus entwickelt haben.

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Die Digitalisierung der Empirie reißt Lücken

Die Digitalisierung hat zu massiven Veränderungen in der Wirtschaft geführt und zahlreiche weitere werden folgen. In der Markt- und Sozialforschung ist sie längst angekommen, eine erste Welle des Wandels hat bereits stattgefunden. Ein Ergebnis davon ist, dass rund 44 Prozent der etwa zwanzig Millionen jährlich realisierten Interviews der Institute, die im Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) organisiert sind, online erhoben werden. Es ist somit der häufigste Erhebungsmodus in der Branche. Mit Folgen für die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Das hängt mit der Stichprobe zusammen.

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Selektivität – von MCAR, MAR, NMAR und MARC

Jede Erhebung hat Datenlücken. Zum einen fehlen Datensätze vollständig (Unit-Nonresponse). Zum anderen fehlen Angaben zu einzelnen Merkmalen (Item-Nonresponse). Unit-Nonresponse-Fälle haben in den vergangenen Jahren zugenommen – sei es wegen geringer werdender Erreichbarkeit, sei es aufgrund von sinkender Teilnahmebereitschaft. Welche Auswirkungen haben diese Datenlücken und wie ist damit umzugehen? Letztlich geht es um die Generalisierbarkeit der
Ergebnisse, also um Aussagen, die über die Stichprobe hinaus für die zugrunde liegende Population Gültigkeit besitzen sollen.

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