Interviewertätigkeit in Corona-Zeiten

Mit dem Ausrufen der Pandemie durch die WHO und den damit verbundenen Restriktionen hat das Coronavirus im März 2020 das öffentliche und wirtschaftliche Leben in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Während manche Branchen als systemrelevant eingestuft und die Arbeitskräfte dringend gebraucht wurden, mussten andere auf Distanz gehen und von heute auf morgen ihre Tätigkeiten einstellen. Genauso erging es den Face-to-Face-Interviewern, da Besuche vor Ort mit dem Lockdown ab Mitte März in Deutschland ausgeschlossen waren und keine persönlichen Befragungen mehr durchgeführt werden konnten. Anders im Telefonstudio: Hier konnten Interviewer ihre Tätigkeit ins Homeoffice verlagern. An dieser Situation hat sich auch ein halbes Jahr später nur wenig geändert. In vielen Projekten wurden die Einsätze der Face-to-Face-Interviewer auf das nächste Jahr verschoben. Manche Fälle aus dem Face-to-Face-Feld wurden auf andere Modes verteilt und dort realisiert. Alles in allem eine schwierige Situation für ein Face-to-Face-Interviewerfeld, das sicherlich 2021 mit großer Flexibilität und neuen Vorgehensweisen agieren muss.
„Interviewertätigkeit in Corona-Zeiten“ weiterlesen

Die Digitalisierung der Empirie reißt Lücken

Die Digitalisierung hat zu massiven Veränderungen in der Wirtschaft geführt und zahlreiche weitere werden folgen. In der Markt- und Sozialforschung ist sie längst angekommen, eine erste Welle des Wandels hat bereits stattgefunden. Ein Ergebnis davon ist, dass rund 44 Prozent der etwa zwanzig Millionen jährlich realisierten Interviews der Institute, die im Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM) organisiert sind, online erhoben werden. Es ist somit der häufigste Erhebungsmodus in der Branche. Mit Folgen für die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Das hängt mit der Stichprobe zusammen.

„Die Digitalisierung der Empirie reißt Lücken“ weiterlesen

Selektivität – von MCAR, MAR, NMAR und MARC

Jede Erhebung hat Datenlücken. Zum einen fehlen Datensätze vollständig (Unit-Nonresponse). Zum anderen fehlen Angaben zu einzelnen Merkmalen (Item-Nonresponse). Unit-Nonresponse-Fälle haben in den vergangenen Jahren zugenommen – sei es wegen geringer werdender Erreichbarkeit, sei es aufgrund von sinkender Teilnahmebereitschaft. Welche Auswirkungen haben diese Datenlücken und wie ist damit umzugehen? Letztlich geht es um die Generalisierbarkeit der
Ergebnisse, also um Aussagen, die über die Stichprobe hinaus für die zugrunde liegende Population Gültigkeit besitzen sollen.

„Selektivität – von MCAR, MAR, NMAR und MARC“ weiterlesen

Kinder fragen!

Informationen über die Lebenswelten von Kindern werden im Rahmen von standardisierten Befragungen häufig als Proxy-Informationen von einem oder beiden Elternteilen erhoben. Dieses Vorgehen beschränkt nicht nur die Art von Informationen, die überhaupt erhoben werden können, sondern schließt zudem die Perspektive der Kinder selbst gänzlich aus. Angesichts der Bedeutung der Kinder- und Jugendforschung im Bereich Bildung, Gesundheit und Familie verwundert diese Beschränkung.

„Kinder fragen!“ weiterlesen