In der Rushhour

Wenn Zeit zum Luxus wird

Ein Tag hat 24 Stunden. Das ist viel, möchte man meinen, wären da nicht die täglichen Verpflichtungen und Anforderungen im Berufs- und Arbeitsleben, in der Partnerschaft, im Familienleben, bei der Kindererziehung und -betreuung. Zeit kann dadurch zu einer sehr knappen Ressource werden. Vielleicht die knappste überhaupt, da sie unwiederbringlich verstreicht. Sie kann, gerade wenn man zu wenig davon hat, sehr wertvoll werden. Genügend Zeit zu haben oder sich einfach Zeit für etwas zu nehmen, nicht zuletzt für sich selbst, kann zu einem Luxus werden, den sich nicht jeder leisten kann.

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Die Katastrophe als Transformationsimpuls?

Ein Werkstattbericht

Die Bewältigung der Pandemie hat zu vormals undenkbar scheinenden Veränderungen geführt. Dem Staat als vorsorgendem Akteur wird gestattet, zum Schutz der Gesundheit seiner Bürgerinnen und Bürger deren verbriefte Freiheiten zu begrenzen. Der Massentourismus ebbt ab und Pendlerströme versiegen. Mit der Wirtschaftsleistung gehen auch Treibhausgasemissionen zurück, weshalb die Bundesrepublik Deutschland nun doch noch ihre Klimaziele 2020 erreicht hat. Um uns gegenseitig über Wasser zu halten, helfen wir uns beim Einkaufen, sammeln Spenden für das geschlossene Kino um die Ecke und machen parteiübergreifend den Weg frei für Überbrückungs- und Neustarthilfen, die Betrieben und Menschen in der Krise zugutekommen sollen.

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Zusammenhalt – gar nicht so einfach

Die erste Lagemaß-Ausgabe 2013 widmete sich dem Schwerpunkt „Teilhabe“. Fünf Jahre und sechs Hefte später lautet das Thema „Zusammenhalt“. Dies sind zwei Facetten eines Konstrukts. Empirisch gesehen ist Zusammenhalt mehr als Teilhabe. Aber auch Teilhabe ist mehr als Zusammenhalt. Wir haben uns der empirischen Gestalt beider Aspekte in unterschiedlichen Formen immer wieder angenommen. „Zusammenhalt – gar nicht so einfach“ weiterlesen

Wie divers ist Deutschland?

Ermittlung eines bundesweiten Superdiversitäts-Index und das Beispiel Hamburg

Superdiversität – was steckt denn da dahinter? Das Thema „Superdiversität“ wird seit einigen Jahren in der Stadtforschung diskutiert. Ihren Ausgangspunkt hatte diese Diskussion bei der Lebenssituation in internationalen Metropolen wie etwa London. Dort sind durch Zuwanderung und die Arbeitsplatzsituation vielfältig geprägte Stadtquartiere entstanden. Diese Vielfalt wird als kennzeichnend für kulturübergreifende Entwicklungen gesehen. Oft verbindet sich damit eine positive Erwartung, ausgelöst durch die potenzielle wechselseitige Bereicherung der in den Quartieren vorhandenen „Lebensentwürfe“.
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Erwerbsleben als Teilhabegarantie?

Teilhabe und Lebenszufriedenheit sind subjektive Konstrukte. Objektiv schwer operationalisierbar drücken sie individuelles Lebensgefühl und das Eingebundensein in soziales Leben aus. Mit dem ilex, dem infas-Lebenslagenindex, hat infas schon 2007 einen entsprechenden Indikator entwickelt. Er ist seitdem achtmal mit jeweils 1.500 Interviews erhoben worden – zuletzt 2016 und immer repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahre. Er setzt sich aus drei Dimensionen zusammen. Diese umfassen – operationalisiert über eine ganze Reihe von bewährten Fragestellungen – die empfundenen Lebensbedingungen im Vergleich zum eigenen sozialen Netzwerk, die eigene wirtschaftliche Lage und individuelle Zukunftsaussichten. Verbunden zu einem Gesamtkonstrukt ist der ilex ein Maß für die subjektive Lebenszufriedenheit in Deutschland.
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