Mobilität: arm – reich – gerecht?

Steigende Energiepreise stellen insbesondere die ökonomisch schwächeren Haushalte vor große Herausforderungen ihren Alltag in gewohnter Weise zu gestalten. Dabei spielt Mobilität eine entscheidende Rolle, um für die Wege zur Arbeit und zum Supermarkt, aber auch, um gesellschaftlichen Leben insgesamt teilzuhaben. Dass das Thema größere Aufmerksamkeit erfahren wird, lässt sich bereits an wissenschaftlichen Diskursen, aber auch aus der Tagespresse entnehmen. infas hat sich dem Thema über eine Analyse der Daten aus der Mobilitätserhebung „Mobilität in Deutschland 2017“ angenommen und herausgearbeitet, welche wesentlichen Unterschiede zwischen reichen und ärmeren Haushalten bestehen. Der Vortrag wurde von Dana Gruschwitz im Rahmen des Projekts „IMPACT“ an der Hochschule RheinMain gehalten.

„Mobilität für Alle!? Das sagen uns die Daten.“, Vortrag von Dana Gruschwitz

 

Eine Zwischenbilanz zum Neun-Euro-Ticket

Das Neun-Euro-Ticket hat dem öffentlichen Nahverkehr zu einer vielstimmigen Diskussion verholfen. Er genießt die Aufmerksamkeit, die er in der vielbeschworenen Mobilitätswende benötigt. Aktuelle infas-Erhebungen zeigen im Detail, welche Auswirkungen das Ticket auf die Mobilität in Deutschland hatte.

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Neue Mittelklasse? Ein empirischer Beitrag zur Reckwitz-Debatte

Ein Beitrag von Dr. Hans Dietrich, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), und Doris Hess, infas

Mit seinem Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“ hat Andreas  Reckwitz 2017 die Debatte um die Klassenlage in Deutschland um eine  weitere Facette erweitert, „die neue Mittelklasse“. Eine daraufhin  einsetzende Debatte hat zu Beginn dieses Jahres mit einer Serie von Kurzbeiträgen in der Berliner Zeitschrift für Soziologie, Leviathan, weiter  an Fahrt aufgenommen.

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Update: Kaum Steigerung der Impfquote im September

Die Impfquote ist im September im Vergleich zum Vormonat nur noch um 1 PPunkt gestiegen. Laut infas-Messung sind 81 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahre mindestens einmal geimpft. Der Anteil derer, die noch ungeimpft sind, sich aber unmittelbar impfen lassen wollen, ist auf 1 Prozent gesunken. Das Impfgeschehen hat sich stark abgeschwächt.

Allerdings zeigen die infas-Ergebnisse nach wie vor Potenzial, das aktiviert werden könnte: Annähernd 5 Prozent der Befragten geben an, mit einer Imfpung noch etwas abwarten zu wollen und weitere knapp 7 Prozent haben sich noch nicht entschieden, ob sie sich impfen lassen wollen. Ledglich 7 Prozent wollen sich nicht impfen lassen. Dieser Anteil ist seit April stabil. Zu Beginn der Messung, im Februar, war der Anteil der Impfgegner mit  15 Prozent noch deutlich höher.

Rund 1.000 Bundesbürger befragt infas monatlich telefonisch seit Februar auf Basis einer Zufallsstichprobe (Dual-Frame) zu ihrer Einstellung zum Impfen. Die Impfquote ist bei der infas-Messung höher als die offizielle Ausweisung des Robert Koch-Instituts, das nach eigenen Angaben jedoch Lücken bei den Impfmeldungen durch die Ärzte identifiziert hat. Allerdings ist auch bei den infas-Zahlen ein Fehlerintervall zu berücksichtigen. Zum einen, weil die Befragungen nur auf Deutsch stattfinden. Zum anderen aufgrund des Konfidenzintervalls entsprechend der Fallzahl von etwa 1.000 Befragten im Monat. Ein mehrsprachiger Fragebogen und eine höhere Fallzahl würden hier Abhilfe schaffen.

Persönlicher Luxus

Vermeintlich bescheidene Vorstellungen

Unter „Luxus“ werden klassischerweise meist teure Konsumgüter verstanden. Ein Bentley, eine Patek-Philippe-Uhr oder eine Jacht von Lürssen sind Beispiele und eben Dinge, die auch die Wirtschaft zum Luxussegment zählt. Auch aus akademischer Sicht ist es sinnvoll, den Begriff klar einzugrenzen und beispielsweise zwischen Luxus, Protz, Prestige oder Schönheit zu differenzieren. Das stellt auch Prof. Lambert Wiesing im Interview im infas-Magazin Lagemaß (Seite 27) klar. Für ihn ist Luxus an Besitz gebunden und muss einen übertriebenen Aufwand und eine Verschwendung beinhalten. Diese aus akademischer Sicht möglicherweise sinnvolle Beschreibung wird von der Bevölkerung nicht unbedingt geteilt. Gerade in jüngerer Zeit wendet sie beim Thema Luxus den Blick auf Immaterielles: Bei guter Gesundheit zu sein, Zeit für sich zu haben oder tolle Erlebnisse seien viel eher Luxus als aufwändige Konsumgüter. Das bestätigt auch eine Erhebung, die wir im ersten Quartal 2021 durchgeführt haben.

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